Alles über Baumwolle

Baumwolle gehört zu den wichtigsten Textilfasern weltweit. Ob für Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Wohntextilien – die vielseitige Naturfaser begegnet uns beinahe überall im Alltag. Doch was macht Baumwolle eigentlich so beliebt? Wie wird sie angebaut und worin unterscheidet sich Bio-Baumwolle von konventionell angebauter Baumwolle? Wir haben Dir die wichtigsten Informationen zu Eigenschaften, Anbau und Pflege zusammengestellt.

 

Baumwolle

 

Inhalt

  1. Eigenschaften von Baumwolle
  2. Anbau & Bio-Baumwolle
  3. Baumwolle richtig pflegen

 

 

1. Eigenschaften von Baumwolle

Baumwolle ist eine pflanzliche Naturfaser. Die feinen Fasern wachsen rund um die Samen der Baumwollpflanze und werden nach der Ernte von den Samen getrennt, gereinigt und anschließend zu Garn weiterverarbeitet.

Baumwolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Saugfähigkeit ist einer der Gründe, warum die Faser beispielsweise für Unterwäsche, Baby- und Kinderkleidung, Handtücher und Bettwäsche so beliebt ist.

Ein weiterer Vorteil ist das angenehme Tragegefühl. Baumwollstoffe können sich weich und angenehm auf der Haut anfühlen und sind luftdurchlässig und atmungsaktiv. Wie weich, dicht oder luftig ein fertiger Stoff tatsächlich ist, hängt allerdings auch von Garn, Strick- beziehungsweise Webart und Verarbeitung ab.

Baumwollfasern besitzen außerdem eine gute Festigkeit und werden im nassen Zustand sogar noch etwas fester. Dadurch eignet sich Baumwolle grundsätzlich gut für Textilien, die regelmäßig gewaschen werden. Wie strapazierfähig und langlebig ein fertiges Kleidungsstück ist, hängt jedoch nicht allein vom Fasermaterial ab, sondern beispielsweise auch von Stoffqualität, Verarbeitung und Nutzung.

Baumwolle nimmt nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Farbstoffe gut auf und lässt sich deshalb in vielen unterschiedlichen Farben und Designs verarbeiten. Da die Faser vergleichsweise viel Feuchtigkeit speichern kann, trocknet Baumwolle allerdings meist langsamer als viele synthetische Fasern.

 

 

2. Anbau & Bio-Baumwolle

Baumwolle wächst vor allem in warmen Regionen. Nach der Blüte entwickeln sich Samenkapseln, die sich bei der Reife öffnen und die charakteristischen weißen Baumwollfasern freigeben. Je nach Anbaugebiet und Betrieb wird Baumwolle von Hand oder maschinell geerntet.

Nach der Ernte werden die Baumwollfasern zunächst von Samen und Pflanzenresten getrennt. Anschließend können sie gereinigt, versponnen und zu Stoffen gestrickt oder gewebt werden. Danach folgen – abhängig vom gewünschten Textil – weitere Verarbeitungsschritte wie Färben oder Ausrüsten.

Was unterscheidet Bio-Baumwolle von konventioneller Baumwolle?

Der wichtigste Unterschied beginnt bereits auf dem Feld: Bio-Baumwolle wird nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus angebaut und entsprechend zertifiziert.

Im Bio-Anbau wird auf gentechnisch verändertes Saatgut sowie auf toxische und persistente synthetische Pestizide und synthetische Düngemittel verzichtet. Stattdessen setzt der ökologische Landbau stärker auf natürliche und biologische Prozesse sowie landwirtschaftliche Maßnahmen wie Fruchtfolgen.

Fruchtfolgen und Maßnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Anstatt Baumwolle dauerhaft als einzige Kultur anzubauen, können unterschiedliche Pflanzen aufeinander folgen. Das unterstützt ein vielfältigeres Anbausystem und hilft dabei, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten.

Der ökologische Landbau zielt außerdem darauf ab, Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und Wasserqualität zu erhalten. Der Verzicht auf bestimmte synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel verhindert zugleich, dass genau diese Stoffe durch ihren Einsatz auf den Baumwollfeldern in Boden und Gewässer gelangen.

Braucht Bio-Baumwolle weniger Wasser?

Der Wasserbedarf von Baumwolle wird häufig diskutiert. Eine einfache Aussage wie „Bio-Baumwolle benötigt 90 % weniger Wasser“ lässt sich jedoch nicht allgemein auf jede Bio-Baumwolle übertragen. Entscheidend sind unter anderem das Anbaugebiet, die Niederschlagsmenge, der Boden und die Art der Bewässerung.

Baumwolle kann sowohl überwiegend mit Regenwasser als auch mit zusätzlicher Bewässerung angebaut werden. Maßnahmen zum Aufbau und Erhalt fruchtbarer Böden können die Bodenstruktur und den Umgang mit vorhandenem Wasser unterstützen. Wie viel Bewässerungswasser im konkreten Anbau tatsächlich benötigt wird, lässt sich daraus jedoch nicht pauschal ableiten.

Und wie sieht es mit Energieverbrauch und CO₂ aus?

Auch hier gibt es keinen einzelnen Prozentwert, der für jede Bio-Baumwolle gilt. Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch im Anbausystem: Im Bio-Anbau werden keine synthetischen Düngemittel eingesetzt. Deren Herstellung und Anwendung können bei konventionellem Baumwollanbau einen relevanten Anteil der Umwelt- und Klimawirkungen verursachen.

Wie groß der Unterschied beim gesamten Energieverbrauch oder bei den Treibhausgasemissionen tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von Anbaugebiet, Ertrag, Bewässerung und Bewirtschaftung ab. Deshalb verzichten wir hier bewusst auf pauschale Prozentangaben.

Ist Bio-Baumwolle automatisch GOTS-zertifiziert?

Nein. „Bio-Baumwolle“ beschreibt zunächst die Herkunft und den ökologischen Anbau der Baumwollfaser. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, wie die Faser anschließend gefärbt, gestrickt, gewebt oder anderweitig verarbeitet wurde.

Eine Textilzertifizierung wie der Global Organic Textile Standard (GOTS) geht deshalb weiter: Neben dem vorgeschriebenen Anteil zertifizierter Bio-Fasern stellt GOTS zusätzliche Anforderungen an die weitere Verarbeitung der Textilien. Beispielsweise dürfen bei der Nassverarbeitung nur entsprechend geprüfte und zugelassene Farbstoffe und Hilfsmittel eingesetzt werden.

Ob ein Artikel in unserem Sortiment nach GOTS oder einem anderen Textilstandard zertifiziert ist, findest Du direkt in der jeweiligen Produktbeschreibung.

 

 

3. Baumwolle richtig pflegen

Baumwolle ist grundsätzlich eine vergleichsweise pflegeleichte Faser. Wie heiß ein Kleidungsstück gewaschen werden darf, richtet sich jedoch immer nach dem Pflegeetikett des fertigen Artikels. Farbe, Stoffart, Verarbeitung, Aufdrucke, Bündchen oder weitere verwendete Materialien können die zulässige Waschtemperatur deutlich beeinflussen.

Viele Baumwolltextilien lassen sich problemlos in der Waschmaschine waschen. Während robuste weiße Baumwollartikel teilweise auch höhere Temperaturen vertragen, werden farbige Kleidungsstücke und viele Textilien des täglichen Gebrauchs häufig bei 30 °C oder 40 °C gewaschen. Maßgeblich ist immer die Pflegeangabe des Herstellers.

Baumwolle kann beim Waschen und Trocknen knittern. Ob Bügeln notwendig ist, hängt vom jeweiligen Textil und natürlich davon ab, wie glatt Du es haben möchtest. Auch beim Bügeln solltest Du Dich an das Pflegeetikett halten.

Da Baumwolle viel Wasser aufnehmen kann, können dickere Baumwollstoffe nach dem Waschen entsprechend länger zum Trocknen benötigen. Beim Trockner gilt ebenfalls: Nur verwenden, wenn das Pflegeetikett dies ausdrücklich zulässt, denn zu hohe Temperaturen können insbesondere bei nicht vorgeschrumpften Baumwolltextilien zum Einlaufen beitragen.