Wolle/Seide - auch im Sommer die beste Wahl

Denkt man an Wolle, kommen einem sofort der kalte Winter und dicke Pullover in den Sinn. Doch auch im Sommer ist Wolle oder Wolle/Seide ein äußerst angenehmes Material und kann mit einigen Super-Eigenschaften überzeugen.

 

Wolle

 

Inhalt

  1. Wolle ist temperaturausgleichend
  2. Wolle kann Feuchtigkeit regulieren
  3. Wolle ist pflegeleicht
  4. Wolle kann vor UV-Strahlung schützen
  5. Die Materialmischung Wolle/Seide

 

 

1. Wolle ist temperaturausgleichend

Wolle ist ein guter Wärme-Isolator und kann deshalb im Winter angenehm warm halten. Verantwortlich dafür sind unter anderem die vielen kleinen Luftkammern innerhalb der Faserstruktur. Gleichzeitig besitzt Wolle temperaturausgleichende Eigenschaften und kann dadurch auch bei milderen und wärmeren Temperaturen angenehm zu tragen sein. Natürlich kann man hier keine Wunder erwarten: Wenn es richtig heiß ist, wird auch Wollkleidung das Schwitzen nicht verhindern. Aber apropos Schwitzen...

 

 

2. Wolle kann Feuchtigkeit regulieren

Fängt man doch einmal an zu schwitzen, kommt eine weitere praktische Eigenschaft der Wolle ins Spiel: Sie kann Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen und wieder an die Umgebung abgeben. Dabei kann sie sich vergleichsweise lange trocken anfühlen. Das trägt dazu bei, dass sich Wollkleidung auch bei wechselnden Temperaturen angenehm auf der Haut anfühlen kann.

 

 

3. Wolle ist pflegeleicht

Wolle nimmt Gerüche häufig weniger schnell an als viele andere Materialien. Deshalb muss Wollkleidung nicht nach jedem Tragen gewaschen werden. Oft reicht es bereits, sie an der frischen Luft auszulüften.

Auch gegenüber kleineren Verschmutzungen zeigt sich Wolle häufig unkompliziert: Durch die besondere Oberflächenstruktur der Wollfaser können Flüssigkeitstropfen zunächst abperlen. Kleine Verschmutzungen lassen sich daher häufig vorsichtig aufnehmen oder nach dem Trocknen ausbürsten.

Wenn eine Wäsche notwendig ist, sollte Wolle entsprechend der Pflegehinweise des Herstellers besonders schonend gewaschen werden. Je nach Kleidungsstück kann gelegentlich auch eine rückfettende Wollpflege, beispielsweise mit Lanolin, sinnvoll sein.

 

 

4. Wolle kann vor UV-Strahlung schützen

Textilien aus Wolle und Wolle/Seide können einen gewissen Schutz vor UV-Strahlung bieten. Wie hoch dieser tatsächlich ist, hängt jedoch stark vom jeweiligen Stoff ab.

Untersuchungen1 zeigen, dass Wolltextilien UV-Strahlung absorbieren können. Wie bei anderen Textilien wird die Schutzwirkung unter anderem von Materialstärke, Gewebedichte, Struktur und Farbe beeinflusst. Dichtere und dickere Stoffe schützen in der Regel stärker als sehr dünne oder locker gestrickte Materialien. Auch dunklere Farben können mehr UV-Strahlung absorbieren als helle.

Ebenfalls wichtig ist die Passform: Wird ein Stoff stark gedehnt, vergrößern sich die Zwischenräume im Gewebe und der UV-Schutz kann abnehmen.

Wolle und Wolle/Seide können damit eine sinnvolle Ergänzung beim textilen Sonnenschutz sein. Zusätzlich sind Schatten, das Meiden intensiver Mittagssonne und geeigneter Sonnenschutz auf unbedeckten Hautstellen wichtig.

 

 

5. Die Materialmischung Wolle/Seide

Bisher haben wir vor allem von Wolle gesprochen, doch wie sieht es mit der beliebten Mischung aus Wolle und Seide aus?

Wolle/Seide besteht häufig aus etwa 70% Merinowolle und 30% Seide. Die Mischung verbindet viele Eigenschaften der Wolle mit dem besonders glatten und feinen Griff der Seide. Sie besitzt temperaturausgleichende und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften und fühlt sich angenehm weich auf der Haut an. Gerade bei leichteren Qualitäten eignet sich Wolle/Seide deshalb auch sehr gut für wärmere Tage.

Wie stark ein Wolle/Seide-Stoff vor UV-Strahlung schützt, hängt auch hier von Materialstärke, Gewebedichte, Farbe und Verarbeitung ab.

Auch Mischungen aus Baumwolle/Wolle/Seide, wie sie beispielsweise von Cosilana angeboten werden, verbinden die Eigenschaften verschiedener Naturfasern. Durch den Baumwollanteil können die Stoffe besonders leicht und angenehm zu tragen sein, während Wolle und Seide weiterhin ihre jeweiligen Materialeigenschaften einbringen.

 

 

1 Gambichler, T., Rotterdam, S., Altmeyer, P. et al. Protection against ultraviolet radiation by commercial summer clothing: need for standardised testing and labelling. BMC Dermatol 1, 6 (2001). https://doi.org/10.1186/1471-5945-1-6